Thread Witz über Vegetarier/Veganer (43 answers)
Opened by MarkusH at 2016-05-17 14:33

jan
 2016-05-18 21:14
#184754 #184754
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Für mich: ja, weitestgehend soll jeder essen dürfen, was er will.

"Hier" herrschen bestimmte Gesetze, vollkommen klar, und einen Teil davon finde ich gut, anderes nicht. Ist halt so, darauf "geeinigt" haben wir uns, glaube ich, nicht, aber wir, die hier leben, sind halt nicht weggelaufen, als "man" (Lobbygruppen, Berufspolitiker) die Gesetze gemacht und verabschiedet hat. Stillschweigende Zustimmung?

Die ethisch-moralischen Überlegungen kenne ich, und ich teile vieles davon, aber es ist eben auch sehr viel Glauben / Emotion dabei. Gibt es Bewusstsein überhaupt? Gibt es freien Willen? Entspricht unsere Wahrnehmung weitgehend der Realität? Das (und viele andere) sind ziemlich offene Fragen und nur wenn Du sie übereinstimmend mit jemand anderem beantwortest, kann man darauf basierend wirklich sinnvoll schlussfolgern. So vieles in Sachen Ethik basiert erst mal auf Intuition, aber da für jeden "vollkommen klar" ist, dass es genau so sein muss, stoßen da Welten aneinander und mit reiner Debatte ist das schwer beizulegen. Ähnlich der Frage, ob beim Toilettenpapier das lose Ende zur Wand hin oder von der Wand weg zeigt.

Und sicher hast Du Recht, natürlich wird super vieles ausgeblendet. Und nicht nur bei der Massentierhaltung, sondern in jedem Gebiet menschlichen Lebens. Ich vermute, dass das eine evolutionär erworbene Fähigkeit ist. Unangenehmes, was dir ein schlechtes Gewissen machen kann, dessen Verdrängung dir aber nicht gefährlich wird (oder zumindest nicht unmittelbar ... zu verdrängen, dass in dem Schnitzel, dass Du jeden morgen isst, jede Menge Hormone und Antibiotika sind, ist vielleicht nicht allzu gesund auf lange sicht), ist bestimmt ein evolutionärer Vorteil (Spekulation 2: überentwickeltes Gewissen, geringer Egoismus sind Dinge, gegen deren massenhafte Verbreitung die Evolution selektiert).

> Man sollte halt drüber nachdenken, was es für Konsequenzen hat.

Man sollte über alles nachdenken, was man tut und nicht tut :)
Aber: wenn ich den Eindruck habe, dass irgendwer nicht darüber nachdenkt, was er tut (und vielleicht sagt sie sogar, dass sie nicht darüber nachdenkt, aber wer sagt mir, dass sie die Wahrheit sagt? Vielleicht denkt sie sehr viel und sehr tief darüber nach, aber hat Gründe, mich in den Glauben zu versetzen, sie tue es nicht), dann gibt mir das, meine ich, kein Recht, das "kommissarisch" zu übernehmen und Regeln aufzustellen.
Das gibt's ja durchaus in vielerlei Arten, z.B. negativ ("Du bist böse, weil Du Milch trinkst"), helfend ("Wenn Du keine/mehr/weniger/andere/nur Milch tränkest, ginge es dir sooooo viel besser") und sicher noch anderen, aber das ist alles missionarisch, und hat es nun Seelenheil, Karma, Gewissen oder wie auch immer nennt, das gerettet werden soll ... und zufällig weiß ich, wie man es rettet, daher muss ich dir das nun erzählen und so weiter).

Ich bin da auch sehr anfällig für und würde auch oft jedem gerne gleich auf die Nase binden, was er tun und lassen sollte, um gesünder, glücklicher oder was auch immer zu werden. Aber ich mag es nicht besonders, wenn andere das mit mir machen, also versuche ich mich auch zurückzunehmen. Wenn ich mal davon ausgehe, dass es nur eine echte Wahrheit gibt, wir als Menschen die aber auf Grund unserer Limitierungen (allein die Wahrnehmung...) nicht erkennen können, und jeder meint, sie gefunden zu haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich der bin, der richtig liegt, doch ziemlich gering. Also mache ich erstmal, was ich für richtig halte und falls mich jemand um Rat bittet, erzähle ich gerne und viel, aber ansonsten versuche ich mich mit Urteilen (ganz besonders mit Werturteilen) zurückzuhalten.

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